Bokashi im Vergleich: Küchenabfälle, Pferdemist & Gartenreste

Bokashi ist eine der ältesten und einfachsten Arten, organisches Material in einen kraftvollen DIY-Dünger aufzuwerten. Seinen Ursprung hat Bokashi in Japan, wo bäuerliche Familien schon vor Jahrhunderten Küchenabfälle, Stallmist und Pflanzenreste nicht einfach verrotten ließen, sondern fermentierten – ähnlich wie sie Gemüse zu Kimchi oder Miso verarbeitet wurde, oder bei uns das Kraut zu Sauerkraut. Denn was für uns durch Fermentation haltbarer, milder und nährstoffreicher wird, ist auch für Boden und Pflanzen wertvoll.

Während bei der klassischen Kompostierung viel Energie, Stickstoff und organische Substanz verloren gehen, bleibt beim Bokashi dies fast alles erhalten. Das Material wird unter Luftabschluss mit ausgewählten Mikroorganismen fermentiert, dadurch stabilisiert und alle Nährstoffe sofort für das Bodenleben verfügbar gemacht. Das wissen auch die Regenwürmer, die sich mit Vorliebe durch frisch eingegrabenes Bokashi wühlen. Viel Freude beim Lesen!


Warum Bokashi für das Bodenleben so wertvoll ist

Wenn wir organisches Material in einem luftdicht verschlossenen Eimer fermentieren, entsteht darin ein Milieu, das wir so ähnlich aus dem Wald kennen: dunkle, feuchte Stellen unter Steinen und Laubschichten, in denen es aufgrund ihrer hohen Nährstoffhaltigkeit von kleinen Lebewesen nur so wimmelt. Betrachtet man diese Erde unter dem Mikroskop, sieht man, dass dort Milchsäurebakterien, Hefen und photosyntheseaktive Mikroorganismen die Arbeit übernehmen. Indem die winzigen Mikroben die Abfälle zerkauen und verdauen, entsteht eine Milchsäuregärung, die das Material nicht verfaulen lässt, sondern in nützlichen Planzendünger „umbaut“.

Dabei passiert Folgendes:

  • Milchsäurebakterien wandeln Kohlenhydrate in milde organische Säuren um.
  • Diese Säuren senken den pH-Wert und schützen das Material vor schädlichen Keimen.
  • Hefen produzieren Enzyme, die Eiweiße und Fette aufschließen.
  • Photosynthese-Mikroorganismen stabilisieren das Milieu und fördern den Austausch zwischen den beteiligten Mikroben.

In diesem Zusammenspiel entsteht ein milder, saurer und stabiler Vorrat, der alle Nährstoffe in einer gut gebundenen Form hält. Für das Bodenleben ist dieses fermentierte Material eine leicht verdauliche Nahrung, die den Humusaufbau beschleunigt und das Bodenmilieu beruhigt.



Die Vorteile von Bokashi auf einen Blick


  • Nährstoffe bleiben vollständig erhalten
    Während beim klassischen Kompost viel Stickstoff verfliegt und ein guter Teil der wertvollen organischen Substanz veratmet wird, bleibt im Bokashi alles im Material gebunden.

  • Das Material wird für Bodenlebewesen sofort verfügbar
    Durch die Milchsäuregärung wird das organische Material vorverdaut. Regenwürmer, Pilze und Bodenbakterien müssen kaum noch Arbeit leisten, um an die Nährstoffe zu kommen.

  • Bokashi stärkt das mikrobielle Gleichgewicht
    Fermentierte Materialien stabilisieren das Ökosystem im Boden, besonders
    • nach Trockenheit
    • Staunässe
    • Überdüngung
    • bei Verdichtung
    • und im Gemüsegarten nach intensiver Nutzung.

  • Gegen schlechte Gerüche und Problemstoffe
    Durch die Fermentation entstehen keine Fäulnisgase. Bokashi riecht mild-sauer, nicht unangenehm. Krankmachende oder faulende Mikroben werden verdrängt.

  • Bokashi spart CO₂ und schließt Kreisläufe
    Alles, was im Bokashi landet, bleibt im System!

DIY Bokashi-Herstellung – so geht’s

Die Herstellung von Bokashi folgt immer demselben Prinzip, egal ob wir dafür Küchenabfälle, Pferdemist oder Gartenreste verwenden: organisches Material wird luftdicht eingeschlossen. Damit haben die Mikroorganismen ideale Bedingungen, um die Fermentation in Gang zu setzen. An diesem Punkt können wir Effektive Mikroorganismen als Startkultur gezielt zuführen, die das Material stabil, milchsauer und nährstoffschonend umwandeln. So entsteht ein Bokashi, das schneller gelingt und später im Boden noch kraftvoller wirkt.

Die Bokashi selber machen Schritt für Schritt:

  1. Organisches Material in einen luftdicht abschließbaren Behälter einfüllen
  2. Mit EM-Startkultur (EM-Klar) anreichern
  3. EM-Süd Humusstarter hinzufügen
  4. Locker verdichten
  5. Behälter luftdicht schließen
  6. 2–6 Wochen warten

Währenddessen sammelt sich Bokashi-Saft im unteren Bereich. Dieser Sickersaft ist ein kraftvoller Flüssigdünger, der 1:100 bis 1:200 mit Wasser verdünnt werden kann, und selbst wieder zur nächsten Bokashi-Herstellung als Startkultur eingesetzt werden kann.

Der Bokashi ist fertig, wenn:

  • der Geruch mild säuerlich und nicht faulig ist,
  • die Biomasse weich, zersetzt und dunkel verfärbt ist,
  • der Bokashi-Saft klar und leicht abfließend ist,
  • die Temperatur des Inhalts sich an Raumtemperatur angepasst hat.

Bokashi im Vergleich: Wie setzt man Bokashi mit unterschiedlichen Biomassen an?

Bokashi kann im Prinzip aus jeder Biomasse, die organische Abfälle enthält, hergestellt werden. Wir schauen uns hier Haus, Hof und Garten an und zeigen dementsprechend beispielhaft, wie Bokashi aus Küchenabfällen, Pferdemist oder Gartenresten angesetzt wird:

Bokashi aus Küchenabfällen

Fast alles, was im Biomüll landet, kann auch ins Bokashi. In der Regel hat die Biomasse für Bokashi aus Küchenresten einen höheren Wasseranteil. Die Biomasse sollte jedoch erdfeucht, nicht klatschnass sein. Für die Fermentation ist eine Zimmertemperatur von 20–25 °C ideal. Lassen Sie Ihren Bokashi aus Küchenresten 2–4 Wochen gären.

Das kommt in den Bokashi-Eimer für Biomüll:

  • Gemüse- und Obstreste
  • Kaffeesatz (ideal!)
  • Teereste
  • Trockenes Brot und Brotränder
  • auch Eiweiße sind in kleinen Mengen möglich.

Vermeide für deinen Bokashi-Ansatz schimmelnde Lebensmittel, zu viel Flüssiges, große Mengen Fleisch oder Fisch, ganze Zitrusfrüchte (lieber zerkleinern und sparsam verwenden) sowie gekochte Speisen mit viel Fett oder Salz.


EM-Starterkultur-Zugabe für Bokashi aus Küchenresten:
Verwende 20 ml EM KLAR für etwa 1 kg Küchenabfälle. Träufeln oder sprühen Sie die Flüssigkeit gleichmäßig auf die Schichten der Abfälle, damit die Mikroorganismen aktiv werden und die Fermentation in Gang kommen kann.


Der ideale Behälter für Bokashi aus Küchenresten:
Für Bokashi aus Küchenresten ist ein Bokashi-Eimer mit Ablaufhahn optimal. Der Eimer sollte luftdicht verschließbar sein, um eine saubere Fermentation zu gewährleisten. Der Ablaufhahn ist wichtig: Küchenreste produzieren sehr feuchtes Bokashi, und mit dem Ablaufhahn können Sie den überschüssigen Bokashi-Saft (Flüssigdünger) während der Fermentation ablassen. Bei EM Süd finden Sie den Bokashi Zwerg 3,3 l aus CO₂-neutralem, recyceltem Kunststoff für Küchenabfälle. Wenn Sie gerade erst mit der Bokashi-Herstellung anfangen, empfehlen wir Ihnen das Bokashi Starter Set für Küchenabfälle.


Bokashi aus Pferdemist

Pferdemist-Bokashi ist ein wahres Kraftpaket an Nährstoffen. Er ist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium – also den Hauptnährstoffen, die Pflanzen brauchen, um zu wachsen. Anstatt diese Nährstoffe sofort freizugeben (wie es bei einem normalen Kompost der Fall wäre), speichert das Bokashi sie in einer stabileren Form. So werden die Nährstoffe langsamer und gleichmäßiger von den Pflanzen aufgenommen, was für eine nachhaltige und langanhaltende Düngung sorgt.

Pferdemist-Bokashi muss aber ausreichend gereift sein. Unfermentierter Mist kann zu viel Stickstoff, Keime und Parasiten beinhalten. Lagere die Bokashi-Behälter zwischen 20 und 30 °C und lasse die Biomasse 4–6 Wochen gären.


Das kommt in den Bokashi-Behälter für Pferdemist:

  • Pferdemist von gesunden Tieren
  • Strohanteile oder Heu, wenn im Mist enthalten
  • Abfälle aus der Stallpflege, wie z. B. etwas Stroh

Vermeide zu feuchte Biomasse, aber auch zu viele große, trockene Bestandteile, denn beide Extreme können die Zersetzung verlangsamen.


EM-Starterkultur-Zugabe für Bokashi aus Pferdemist:
Für 10 kg Pferdemist gebe etwa 200 ml EM KLAR hinzu. Mischen Sie das EM KLAR für eine gleichmäßige Verteilung der Mikroorganismen gründlich unter den Mist.


Der ideale Behälter für Bokashi aus Pferdemist:
Der Pferdemist kommt idealerweise in einen großen Komposter oder eine luftdicht verschließbare Tonne. Denke daran, den Druck gelegentlich zu entlassen, der durch die Gase im Gärungsprozess entsteht. Auch der Bokashi-Saft sollte regelmäßig abgelassen werden, um das Bokashi nicht zu stark zu zersetzen.


Bokashi aus Gartenresten

Bokashi aus Gartenresten recycelt organische Abfälle aus dem Garten zu einem hervorragenden Dünger. Gartenreste wie Laub, Gras oder Strauchschnitt enthalten viele organische Verbindungen, die im Boden wertvolle Nährstoffe hinterlassen. Durch die Fermentation im Bokashi-Prozess werden diese Nährstoffe in stabile Formen umgewandelt, die später von den Pflanzen sehr gut aufgenommen werden können.

Was kommt in den Bokashi-Behälter für Gartenreste?

  • Laub, vorzugsweise klein geschnitten
  • Gras- und Strauchschnitt und Unkraut – jedoch ohne Samen!

EM-Starterkultur-Zugabe für Bokashi aus Gartenresten:
Verwende ebenfalls 200 ml EM KLAR für 10 kg Gartenreste. Besprühen die Gartenabfälle in Schichten gründlich und stellen Sie sicher, dass sie gut vermischt werden. Ergänzend kann Pflanzenkohle (z. B. 30 l) zugegeben werden, um Nährstoffe und Mikrobennährstoffe langfristig zu binden.

Der ideale Behälter für Bokashi aus Gartenresten:
Der Behälter sollte genügend Platz bieten, damit die Gartenreste darin geschichtet werden können, ohne dass sie zu stark gepresst werden. Ein Behälter mit einem Ablaufhahn für den Bokashi-Saft ist von Vorteil, da dieser regelmäßig abgelassen werden muss, um die Fermentation zu fördern und eine Überwässerung zu vermeiden. Der Deckel sollte luftdicht verschließbar sein.


Gartenreste für Bokashi


So wird Bokashi in die Erde eingearbeitet

Egal, ob es sich um Küchenabfälle, Pferdemist oder Gartenreste handelt, das Ziel ist immer, den Boden mit einer ausgewogenen Mischung aus Nährstoffen und Mikroben anzureichern.

Bokashi aus Küchenabfällen:
Bokashi aus Küchenabfällen ist besonders nährstoffreich und eignet sich hervorragend für Gemüsebeete oder für den Aufbau von Terra Preta. Da die Biomasse in der Regel feuchter ist, wird sie am besten in kleinen Mengen und direkt in die Erde eingearbeitet. Nach etwa 2–4 Wochen Gärung können die Abfälle in die obere Erdschicht, etwa 10–15 cm tief, eingegraben werden.

Bokashi aus Pferdemist:
Pferdemist-Bokashi eignet sich besonders für größere Flächen wie Weiden, Obstwiesen oder intensiv genutzte Gartenflächen. Der Mist enthält viele wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium und wirkt gleichzeitig strukturverbessernd. Nach einer Gärung von 4–6 Wochen sollte der Mist etwa 15–20 cm tief in die Erde eingearbeitet werden. Besonders bei lehmigen Böden oder Bereichen, die eine Verbesserung der Bodenstruktur benötigen, ist Pferdemist-Bokashi ein hervorragender Struktur-Verbesserer.

Bokashi aus Gartenresten:
Bokashi aus Gartenresten eignet sich hervorragend für die Mulchschicht oder zur Flächenkompostierung. Laub und Gras werden nach 2–4 Wochen Gärung direkt auf der Bodenoberfläche als Mulchmaterial verteilt und dann in die obere Erdschicht eingearbeitet. Garten-Bokashi fördert den Humusaufbau und sorgt für eine gleichmäßige Nährstoffversorgung, ohne dass der Boden dabei überdüngt wird.

Erfahre bei uns mehr darüber, wie Du dein Bokashi selbst herstellen kannst!

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