Terra Preta

Mi..Mär.2017

Warum EM und Pflanzenkohle

Pflanzenkohle besitzt eine poröse Struktur. Wie ein Schwamm kann sie große Mengen Wasser und Nährstoffe speichern und wieder abgeben. Zusätzlich ist die Pflanzenkohle ein perfekter Lebensraum für alle Mikroorganismen und Kleinstlebewesen. Sie siedeln sich in den Hohlräumen an, wo sie gut geschützt sind und auch Zeiten von Nahrungs- oder Wassermangel gut überstehen.

Die Ureinwohner Amazoniens gaben Kohle zu ihren Fäkalien und organischen Abfällen. Dies verhindert Fäulnis und die Entstehung schlecht riechender Gase. Fermentierende Mikroorganismen haben dazu geführt, dass es nicht stinkt und statt Fäulnis aufbauende Prozesse aus der großen Menge organischem Material hervorgingen.

In der Pflanzenkohle konnten sie sich besonders gut ansiedeln und sind in der Erde für die Fülle an pflanzenverfügbaren Nährstoffen verantwortlich. Ohne nährstoffreiche organische Abfälle hätte das Futter für die Mikroorganismen zur Fermentation in den Tonkrügen und schließlich zum Aufbau pflanzenverfügbarer Nährstoffe im Boden gefehlt. Menschliche Fäkalien, Knochen, Fisch-, Fleisch- und weitere organische Nahrungsabfälle liefern eine Fülle von Nährstoffen.

Terra Preta für den eigenen Garten

Terra Preta aus der Amazonasregion darf nicht abgebaut und in andere Länder exportiert werden. Die Zusammensetzung lässt jedoch vermuten, dass sie auch selbst hergestellt werden kann. Bleibt die Frage, ob mit unseren Mitteln in kurzer Zeit ein ähnliches Ergebnis zu erzielen ist. Ja, wie Forscher herausfanden; mit effektiven Mikroorganismen, Pflanzenkohle und organischem Material. Derart zusammengesetzte Produkte, wie unseren Schwarzerde Bokashi, gibt es fertig zu kaufen. Alternativ kann Terra Preta auch selbst aus EM-Kompost oder Bokashi hergestellt werden.

Terra Preta aus EM-Kompost

Bei der Herstellung von EM-Kompost ist es wichtig, das Material möglichst gut zerkleinert auf den Kompost zu bringen und zu komprimieren. Jede Lage, egal ob Küchen- oder Gartenabfälle, wird mit Pflanzenkohle und Humusstarter bestreut. Der Kompost wird dann regelmäßig mit Effektiven Mikroorganismen besprüht oder gegossen. Fermentation, Umsetzung des organischen Materials und das Vererden passieren auf dem Kompost zeitgleich, da neben den EMs auch andere Bodenlebewesen im Kompost vorhanden sind. Der fertige EM-Kompost mit Pflanzenkohle kann nach ca. sechs bis zwölf Monaten – je nach Beschaffenheit des Ausgangsmaterials – wie Terra Preta verwendet werden.

Fazit

Dem Vorbild der Amazonasindianer nachempfundene Terra Preta ist extrem fruchtbar und steigert den Humusgehalt in jedem Boden. Der normalen Gartenerde bis zu 5% beigemischt, erhöht sie die Wasserspeicherkapazität, das Nährstoffhaltevermögen und verbessert die Versorgung der Pflanzen. Der Boden wird gut durchlüftet und bei regelmäßiger Zufuhr organischer Substanz, die zuvor mit Effektive Mikroorganismen fermentiert und mit Pflanzenkohle angereichert wurde, steigt der Humusgehalt des eigenen Bodens automatisch – gut für alle Pflanzen und unsere Umwelt, denn Humus bindet langfristig Kohlenstoff aus der Atmosphäre.